
|
|
|
|
|
Diese Äußerungen mögen für Menschen übertrieben klingen, die die Mißempfindungen bei ruhelosen Beinen nicht aus eigener Erfahrung kennen. Es handelt sich aber um sehr realistische Beschreibungen der Betroffenen über deren körperliche Empfindungen. Ruhelose Beine treten häufig bei Personen auf, die ansonsten gesund sind, und stehen in keiner Verbindung zu psychischen oder psychiatrischen Störungen. Obwohl in den meisten Fällen - wie der Name schon sagt - die Beine betroffen sind, kann sich die Störung auch auf die Arme beziehen. Die Patienten erleben im Sitzen und Liegen, vor allem aber nach dem Zubettgehen, sehr unangenehme Mißempfindungen in Form von Kribbeln und Ameisenlaufen in den Beinen.
Manche Patienten haben dabei große Schmerzen in den Waden, die allerdings nicht mit Wadenkrämpfen zu verwechseln sind. Die Empfindungen unterscheiden sich auch von dem Prickeln eingeschlafener Glieder bei unterbrochener Blutzufuhr und dem gelegentlich bei Diabetikern auftretenden Gefühl brennender Nadelstiche. Die Schmerzen und Mißempfindungen werden übrigens vorwiegend in den Waden gespürt und lassen sich durch Bewegung und Streckung vorrübergehend lindern.
Die Mißempfindungen in den Beinen treten hauptsächlich im Wachzustand auf, können aber auch das Einschlafen verhindern und somit den Schlaf stören. Durch den ständigen Bewegungsdrang, der als Gegenreaktion zu den Schmerzen zu verstehen ist, finden die Betroffenen häufig nicht in den Schlaf. Dies führt zu erheblicher Beeinträchtigung der Tagesbefindlichkeit durch Müdigkeit und Schläfrigkeit, so daß die Patienten oftmals nicht in der Lage sind, normale Leistungen zu erbringen oder ihren täglichen Pflichten nachzukommen.
Dabei stellt Schläfrigkeit nicht die einzige negative Auswirkung auf die Tagesbefindlichkeit dar. Ruhelose Beine am Tage können auch zu Einschränkungen der allgemeinen Funktionstüchtigkeit führen, z. B. im Bereich der Mobilität. So sind die Betroffenen oft nur sehr bedingt reisefähig, da sie nicht - wie beim Autofahren oder Fliegen erforderlich - über längere Zeit stillsitzen können. Aus demselben Grund ist die Teilnahme an Arbeits- und Geschäftsbesprechungen nur zeitlich begrenzt möglich. Das Syndrom der ruhelosen Beine kann den Betroffenen zudem die Freude an Freizeitaktivitäten, z. B. Kino- und Konzertbesuchen, rauben.
Als Folge der Schlafdefizite und eingeschränkten Leistungsfähigkeit am Tage können auch Depressionen und Angstzustände entstehen.
Häufigkeit der Störungen beim Syndrom der ruhelosen Beine
5 - 10% der Gesamtbevölkerung machen irgendwann im Leben Erfahrungen mit dem Syndrom der ruhelosen Beine. Schwere Fälle treten allerdings eher selten und familär gehäuft auf. Die Störung wird häufiger bei älteren Menschen beobachtet, obwohl sie grundsätzlich in jeder Alters- und Geschlechtsgruppe auftreten kann. Sie kommt auch in der Schwangerschaft vermehrt vor, insbesondere während der letzten 6 Monate,. Das Syndrom kann ohne ersichtlichen Zusammenhang über Jahre hinweg gelegentlich in Erscheinung treten und anschließend wieder abklingen.
|
|
Der Inhalt dieser Seite wurde mir freundlicherweise von Herrn PD Dr. Thomas Penzel - Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) -
zur Verfügung gestellt. Es handelt sich hierbei um einen Auszug aus dem "Ratgeber für Patienten". Den vollständigen Ratgeber findet Ihr hier: |
aktualisiert am: 17.04.2004 |