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Während bei ruhelosen Beinen die Bewegungen im Wachzustand mehr oder weniger willentlich zur Linderung der sehr unangenehmen Mißempfindungen ausgeführt werden, erfolgen die periodischen Gliedmaßenbewegungen meist im Schlaf und entziehen sich jeglicher Kontrolle und bewußten Steuerung. In den meisten Fällen nehmen die Betroffenen diese Störung gar nicht wahr, obwohl sie die periodischen Bewegungen durchaus bemerken, wenn sie sich im Wachzustand ereignen. Das Syndrom der ruhelosen Beine tritt im übrigen häufig zusammen mit periodischen Gliedmaßenbewegungen auf, während periodische Gliedmaßenbewegungen dagegen selten von ruhelosen Beinen begleitet werden.
Im allgemeinen treten periodische Gliedmaßenbewegungen in den Beinen und nur selten in den Armen auf. Wie der Name bereits sagt, finden die Bewegungen in periodischen (regelmäßigen) Intervallen statt, meistens im Abstand von etwa 30 Sekunden. An den Beinen sind sie durch wiederholtes Strecken des großen Zehs in Kombination mit einer teilweisen Beugung der Fußgelenke, der Knie und der Hüfte gekennzeichnet. Die Bewegungen verteilen sich übrigens nicht gleichmäßig über die Nacht, sondern häufen sich während des Non-REM-Schlafs in der ersten Nachthälfte, d. h. sie treten in Clustern auf. Im REM- (d. h. Traum-) Schlaf kommen sie dagegen selten vor.
Durch den Verlust des Muskeltonus, der im REM-Schlaf die Körpermuskulatur in einen Ruhezustand versetzt, wird man im Schlaf daran gehindert, Träume in Handlungen umzusetzen. Dieser lähmungsähnliche Zustand der Muskeln scheint auch periodische Gliedmaßenbewegungen in dieser Schlafphase zu verhindern.
Man spricht von periodische Bewegungen der Gliedmaßen, wenn die Beinbewegungen pro Stunde Schlaf fünfmal und öfter auftreten. Dabei kann der Schlaf auf verschiedene Weise beeinträchtigt werden. Manchen Patienten fällt das Einschlafen besonders schwer, andere haben eher Probleme beim Durchschlafen oder leiden an indirekten Begleiterscheinungen wie übermäßiger Tageschläfrigkeit.
Letztendlich haben all diese Probleme dieselbe Ursache und unterscheiden sich lediglich im Zeitpunkt des Auftretens und in der Wahrnehmung. Beispielsweise realisieren einige Patienten, die kurz nach dem Einschlafen durch Beinbewegungen geweckt werden, nicht, daß sie bereits geschlafen haben. Sie beklagen sich dann irrtümlicherweise über Einschlafstörungen.
Dagegen leiden manche Patienten, die über Durchschlafstörungen klagen, in Wirklichkeit an periodischen Beinbewegungen. Da infolge der durch die periodischen Bewegungen erzeugten Arousals (kurze Weckreaktionen) der Tiefschlaf abnimmt und der Leichtschlaf zunimmt, ensteht bei Patienten der Eindruck von Durchschlafstörungen, zumal sie sich am nächsten Tage unausgeschlafen und zerschlagen fühlen. Andere Patienten wiederum sind sich ihres gestörten Schlafes überhaupt nicht bewußt, obwohl die zahlreichen Weckreaktionen zu übermäßiger Tagesschläfrigkeit führen, so daß sie z. B. beim Lesen, Fernsehen, Autofahren oder bei der Arbeit einschlafen.
Periodische Gliedmaßenbewegungen können auch für die Partner der Betroffenen zum Problem werden. So beschweren sich z. B. Lebensgefährten der Patienten, daß sie nachts getreten werden, die Bettdecke weckgezogen oder aus dem Bett geschleudert wird. Bei manchen Patienten sind die Bewegungen so zahlreich und heftig, daß sie sich dabei die Beinbehaarung ausreißen.
Periodische Arm- und Beinbewegungen im Schlaf sind von Einschlafzuckungen (nächtliche Muskelzuckungen) zu unterscheiden, die gelegentlich kurz vor dem Einschlafen in Form eines plötzlichen und blitzschnellen Zusammenzuckens des ganzen Körpers auftreten. Solche Einschlafzuckungen sind normal und beeinträchtigen weder den Schlaf noch die Wachheit am Tage.
Häufigkeit der Störungen bei Periodischen Bewegungen der Gliedmaßen
Die Häufigkeit periodischer Gliedmaßenbewegungen steigt mit zunehmendem Alter. Bei Personen unter 30 Jahren kommt diese Störung dagegen äußerst selten vor. Sie zeigt sich bei 5% der 30-50jährigen, bei 25% der 50-65jährigen und bei 44% der über 65-jährigen Personen. Sie tritt bei Frauen und Männern mit gleicher Wahrscheinlichkeit auf. Bis zu 20% der Insomnie-Patienten zeigen periodische Beinbewegungen.
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