Therapiemethoden bei Narkolepsie

Obwohl Narkolepsie nicht dauerhaft geheilt werden kann, gibt es Möglichkeiten, ihre Auswirkungen zu vermindern und damit die Belastungen so gering wie möglich zu halten. Bei entsprechender Behandlung kann die Häufigkeit, mit der die Symptome auftreten, in einem Maß gesenkt werden, das Narkoleptikern ein nahezu normales Leben erlaubt.


Aufgrund der sehr unterschiedlichen Ausprägung der Symptome erfordert jeder Fall eine individuelle Behandlungsstrategie, die von Schlafmedizinern und Betroffenen gemeinsam erarbeitet werden muß.

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Der Behandlungsplan kann sich aus folgenden Komponenten zusammensetzen:

  • medikamentöse Behandlung
  • verhaltenstherapeutische Maßnahme
  • und Konfliktbewältigung durch Aufklärung des sozialen Umfeldes.



  • Medikamentöse Behandlung

    Rezeptfreie, koeffeinhaltige Medikamente sind nicht geeignet zur Behandlung von Narkolepsie. Dagegen gibt es verschreibungspflichtige Medikamente, durch die sich exzessive Tagesschläfrigkeit, Kataplexien, Halluzinationen und Störungen des Nachtschlafs wirksam reduzieren bzw. vermeiden lassen. In Zusammenarbeit mit den Patienten erstellen Schlafmediziner einen Behandlungsplan, der die erwünschten Wirkungen der Medikamente zur Bekämpfung der Symptome und die unerwünschten Nebenwirkungen optimal aufeinander abstimmt.


    • Legen Sie sich einen regelmäßigen Schlaf-/Wachrhythmus zu.

    • Stehen Sie jeden Tag zur selben Zeit auf und gehen Sie immer zur selben Zeit schlafen.

    • Halten Sie täglich ein bis zwei kurze Schläfchen, wenn Sie das Bedürfnis dazu verspüren.

    • Gehen Sie in Situationen, in denen erhöhte Verletzungs- bzw. Unfallgefahr besteht, besonders vorsichtig vor, z. B. beim Kochen oder Autofahren.

    • Planen Sie die Ausübung solcher Tätigkeiten zu Zeiten, in denen sie nach aller Wahrscheinlichkeit wach bleiben können

    • Legen Sie zur besseren Orientierung einen Zeitplan an.

    • Halten Sie die Anordnungen Ihres Arztes zum Umgang mit Medikamenten strikt ein. Informieren Sie ihn sofort über alle im Zusammenhang mit Medikamenten eintretenden Änderungen

    • Aufklärung des sozialen Umfeldes: Wenn Verwandte, Freunde und Kollegen über Narkolepsie und ihre Symptome nicht informiert sind, können Mißverständnisse und Konflikte entstehen. Tagesschläfrigkeit wird möglicherweise falsch interpretiert und mit Faulheit, Depressionen oder persönlicher Unfähigkeit verwechselt

    • Die Verhaltensmerkmale bei Kataplexien und die Traumerfahrungen im Wachzustand können als psychiatrische Störungen gedeutet werden. Daher sollten Narkoleptiker mit Unterstützung des behandelnden Arztes ihr soziales Umfeld über ihre Krankheit aufklären. Familienmitglieder, die sich vernachlässigt oder schlecht behandelt fühlen, reagieren sehr erleichtert, wenn sie erfahren, daß dem ungewöhnlichen Verhalten ihres Angehörigen weder Absicht noch psychische Störungen zugrunde liegen. Die Untersützung durch die Familie ist ein Meilenstein in der Bewältigung der Krankheit.

    • Auch Freunde sollten über die Krankheit aufgeklärt werden. Geben Sie ihnen z. B. die hier zusammengetragenen Informationen zu lesen

    • Informieren Sie unbedingt Ihren Arbeitgeber über Ihre Krankheit. Bestimmte Erleichterungen und Anpassungen am Arbeitsplatz können dazu beitragen, Effizienz und Produktivität Ihrer Arbeitskraft zu erhalten

    • Nehmen Sie Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe auf. Die Erfahrung, daß auch andere von dieser Krankheit betroffen sind und die mit ihr verbundenen Probleme bewältigen, verschafft Erleichterung und wirkt aufbauend.

    • Erkundigen Sie sich, ob Sie Anspruch auf finanzielle Unterstützung in Form von sozialen Leistungen haben, falls Sie krankheitsbedingt arbeitsunfähig sind

    • Informieren Sie Schule und Lehrer, wenn Ihr Kind an Narkolepsie leidet. Geringfügige Änderungen im Klassenraum und Anpassungen im Unterricht können entscheidend dazu beitragen, das Selbstwertgefühl Ihres Kindes und seine Chancen in Ausbildung und Beruf zu erhalten.


    Wann ist ärztliche Hilfe erforderlich?

    Bei folgenden Auffälligkeiten sollte grundsätzlich ein Arzt hinzugezogen werden:

    • Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit bzw. Arbeitsfähigkeit
    • mangelnde Ausdauer bei der Verrichtung alltäglicher Routinearbeiten
    • Einschlafen in der Schule
    Ärztliche Hilfe ist ebenfalls erforderlich, wenn sich die Symptome negativ auf persönliche Beziehungen und soziale Aktivitäten auswirken.

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    Der Inhalt dieser Seite wurde mir freundlicherweise von Herrn PD Dr. Thomas Penzel - Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) -

    Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin

    zur Verfügung gestellt. Es handelt sich hierbei um einen Auszug aus dem "Ratgeber für Patienten".

    Den vollständigen Ratgeber findet Ihr hier:

    Ratgeber - Schlafstörungen und ihre Behandlungsmethoden


    aktualisiert am: 17.04.2004